Trainieren Sie schon oder planen Sie noch?

(Dieser Artikel stammt aus meiner Kolumne der NZZ am Sonntag)

Gut acht Wochen ist es alt, das neue Jahr. Haben Sie sich viele Vorsätze auferlegt? Darunter befindet sich bei einigen sicherlich der Klassiker: mehr Zeit in Fitness und Gesundheit investieren. Während manche diesen Plan voller Elan angepackt haben, schieben ihn die anderen mit Vorwänden vor sich her, etwa: «Eigentlich würde ich gerne, aber mir fehlt die Zeit.»

Der innere Schweinehund wedelt mit dem Schwanz

Sie sind geplagt vom schlechten Gewissen, weil sie es nicht fertigbringen, ihren inneren Schweinehund zu überwinden. Der wedelt vergnügt mit dem Schwanz und behauptet: «Das ist o. k., das haben wir uns verdient, du musst auch mal abschalten.» Die Aussicht auf das herrliche Gefühl der Entspannung siegt einmal mehr über die Angst vor den Folgen auf der Waage.

Eine der grössten Herausforderungen im Leben ist die Eigenverantwortung. Hier tun wir uns oft schwer, weil wir uns häufig mit dem bequemsten Weg begnügen. Verantwortung für andere zu übernehmen, fällt leichter; fremden Erwartungen gerecht zu werden, ist einfacher, als die eigenen Ziele umzusetzen. Doch es gibt einfache Rezepte, wie wir in solchen Situationen den inneren Schweinehund manipulieren können.

 

 

Ein einfaches Rezept zur Umsetzung des Vorsatzes

Das Problem beginnt oft damit, dass das letzte Lauf- oder Fitnesstraining Jahre zurückliegt und Sie sich fragen: Wo und wie zum Kuckuck soll ich damit anfangen? Ist diese Hürde überwunden, folgt gleich die nächste: Wie erhalte ich für diese Anstrengungen meine Motivation aufrecht? Gegen diese Einwände können Sie erfolgreich ankämpfen, indem Sie einen Handlungsplan erstellen. Darauf steht nicht nur Ihr genereller Vorsatz, regelmässig Zeit ins Fitnesstraining zu investieren, sondern auch die klare Beschreibung Ihres Ziels. Etwa: Ab jetzt gehe ich jeden Montag während der Mittagspause 30 Minuten joggen und jeden Donnerstag um 18 Uhr ins Krafttraining.

Der Trick dabei ist, dass der Handlungsplan die willentliche Anstrengung ist – und nicht das Fitnesstraining selbst. Regel- mässig angewendet, wird daraus schnell eine Gewohnheit, und alles, was wir zur Routine machen, benötigt keine willentliche Anstrengung mehr. In diesem Fall bewirkt die Gewohnheit, dass Sie sich nicht ständig überwinden müssen und am Montag- und Donnerstagmorgen gleich mit gepackter Trainingstasche zur Arbeit fahren.

 

 

 

Lassen Sie den Vorwänden Taten folgen

Falls Sie also noch beim «eigentlich mehr Sporttreiben» stecken sollten, wünsche ich Ihnen Motivation, Entschlossenheit, Mut und Spass bei der Umsetzung Ihres Handlungsplans. Denn Sie sind es sich wert.

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